Wer wir sind

Wir sind die Hamburger Singakademie – ein Chor mit über 200 Jahren Geschichte und einem klaren Blick nach vorne. Seit unserer Gründung im Jahr 1819 verbinden wir musikalischen Anspruch mit der Freude am gemeinsamen Singen.

Rund 40 Sängerinnen und Sänger gestalten zusammen mehrere Konzertprogramme im Jahr, die mehr sein wollen als reine Musikaufführungen. Wir verbinden Chormusik mit Raum, Licht, Sprache und anderen Kunstformen, um Musik nicht nur hör- sondern erlebbar zu machen.

Ob ein Kirchenraum, der Teil der Inszenierung wird, Gespräche mit Komponistinnen und Komponisten, Konzerte, bei denen Klang und Bewegung neue Perspektiven eröffnen oder neue Musik, die zum erstem Mal aufgeführt wird – wir suchen nach Wegen, unser Publikum zu berühren, zu überraschen und einzuladen, Musik intensiver zu erleben.

Wichtiger Impuls für dieses Profil war unser Projekt LUX, das Musik, Lichtkunst und Kirchenarchitektur zu einem außergewöhnlichen Gesamterlebnis verband und bundesweit ausgezeichnet wurde. Seitdem entwickeln wir unsere Konzertformate kontinuierlich weiter und öffnen sie für weitere künstlerische Kooperationen.

Bei aller Experimentierfreude bleiben wir trotzdem unserer Tradition verbunden: der Freude am gemeinsamen Singen mit musikalischer Qualität und an der Gestaltung einer starken Gemeinschaft und verstehen uns als Teil der lebendigen Hamburger Amateurmusik. In unseren Projekten arbeiten wir aber auch immer gerne mit jungen professionellen MusikerInnen vor allem aus Norddeutschland zusammen.

Die Hamburger Singakademie ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Wir sind im Chor alle ehrenamtlich aktiv und finanzieren uns durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und projektbezogene Förderungen.

Geschichte

Die traditionsreiche Vereinigung von Laiensängerinnen und -sängern entstand 1819 als „Die Gesellschaft der Freunde religiösen Gesanges“. Seit 1844 trägt sie den Namen „Hamburger Singakademie“. Als einer der ältesten Hamburger Chöre nimmt die Hamburger Singakademie einen bedeutenden Platz im Hamburger Musikleben ein. Sie hat alle großen Chor-/Orchesterwerke – zum Teil vielfach – aufgeführt.

Namen bekannter Hamburger Familien finden sich in den Mitgliederlisten: u. a. Mönckeberg, von Gossler, Schmilinsky, Lutterroth oder Sieveking. Entscheidenden Anteil an den Anfangserfolgen der Singakademie hatte Friedrich Wilhelm Grund, der Begründer der Philharmonischen Gesellschaft, die er 44 Jahre lang leitete. Einer seiner Nachfolger, Julius von Bernuth, der 27 Jahre lang die Singakademie dirigierte, brachte bereits 1869 das Deutsche Requiem von Johannes Brahms mit der Philharmonischen Gesellschaft und der Hamburger Singakademie in der Michaeliskirche zur Aufführung. Seit 1903 führte der Chor, mit Ausnahme der Jahre 1940 und 1946, das Requiem regelmäßig bis zum Jahr 1994 am Buß- und Bettag auf.

Seit 1872 bestand eine enge Verbindung zum Philharmonischen Staatsorchester. Chordirigenten waren meist die Chordirektoren der Staatsoper wie Max Thurn, Wilhelm Brückner-Rüggeberg, Adolf Bautze, Günther Schmidt-Bohländer und Jürgen Schulz. Von 1990 bis 1999 leitete Theo Wiedebusch, der Chordirektor der Bremer Oper, die Hamburger Singakademie.

Die Hamburger Singakademie wurde von berühmten Dirigenten geleitet: u. a. Eugen Jochum, Joseph Keilbert, Paul Hindemith, Rudolf v. Oertzen, Leopold Ludwig, Wolfgang Sawallisch, Horst Stein, Aldo Ceccato, Hand Zender, Giuseppe Sinopoli, Hans-Martin Schneidt, Christoph Eschenbach, Gerd Albrecht, Dietrich Fischer-Dieskau, Ingo Metzmacher.

1990 wurde die feste Bindung zum Philharmonischen Staatsorchester gelöst. Die Hamburger Singakademie arbeitet jetzt auch mit anderen Orchestern zusammen und erweiterte ihr Repertoire um a-cappella-Chorwerke.

Seit Ende 2000 geht die Hamburger Singakademie neue Wege. Sie führt vor allem Werke auf, die nicht zum Standard-Repertoire gehören. Angestoßen wurde diese Ausrichtung durch den damals neuen Chorleiter Prof. Cornelius Trantow, der den Chor mit ungewöhnlicher Chorliteratur bekannt machte und damit das neue Profil prägte.

Von Juli 2011 bis Ende 2021 setzte sein Nachfolger, Jörg Mall, die Chorarbeit fort und feierte mit dem Chor am 30.11.2019 das 200jährige Bestehen des Chors mit der Aufführung „A Sea Symphony“ von Ralph Vaughan Williams zusammen mit den Hamburger Symphonikern in der Laeisz-Halle. 2019 erhielt die Hamburger Singakademie e.V. zu ihrem 200. Jubiläum vom Bundespräsidenten die Zelter-Plakette für ihre Verdienste an der Mitgestaltung der Kultur, die höchste deutsche Auszeichnung für Amateurchöre.

Die fast dreijährige Covid19-Pandemie ab Anfang 2020 stellte den Chor auf eine harte Probe. Sogenannte ZOOM-Proben wurden nur noch von der Hälfte der Mitglieder besucht und zum ersten, wieder erlaubten Konzert im November 2021 war der Chor, wie schon einmal 1947, auf ein reines Frauenensemble geschrumpft.

Am 01.02.2022 startete dieses Ensemble unter der neuen Leitung von Frederike Sagebiel mit einem ersten Konzert für Frauenchor im Sommer 2022. Aber schon nach den Sommerferien konnten wir uns wieder als gemischter Chor treffen und blicken nach drei weiteren erfüllenden Konzerten optimistisch in die Zukunft.

Wenn Sie darüber hinaus mehr über die lange Tradition des Chors erfahren möchten, können Sie auch das Jubiläumsbuch „In höchsten Tönen und tiefsten Tiefen“ zum Selbstkostenpreis von 25 € erwerben ().

Erstellt zum 200jährigen Bestehen des Chores ist es eine Chronik, in der sein Stellenwert in der Hamburger Musikgeschichte in diesen 200 Jahren beleuchtet sowie seine Entwicklung nachgezeichnet wird.